Erste Reviews!

Die ersten Reviews vom PROUD TO BE PUNK und vom UNDERDOG FANZINE sind eingetrudelt. Lässt sich sehen wie wir finden und lässt uns also nichts anderes machen als Jan und Fred für die lobenden Worte zu danken.

UNDERDOG
MESS//AGE – „Moments of Mayhem“ MC
(PARASIT KASSEDDEN/BOMB-ALL RECORDS/UR VÄGEN! PAPPA BETALER! RECORDS)
Aus dem Dunstkreis des Flensburger Hafermarkt-Kollektivs durchstreifen Dominik, Jenny, Malte und Rune den undurchdringbar anmutenden HC-Dschungel und kämpfen im Sog des Nordwindes gegen Stagnation, eclyptic days und Massen-Suicide, um am Ende doch die hippieske Botschaft von „free hearts, free minds, free people“ in die Agenda fest zu schreiben und den Vogel als Metapher zu benutzen, der ebenso frei fliegt, wenn er nicht gerade in einem Käfig hockt. Nun, dennoch wütet das Quartett wie eine Büffel-Stampede, trampelt nieder, was nicht bei Fünf auf den Bäumen hockt, bolzt wie Beckham und überrascht mit dem ein oder anderen Gitarrenlauf, der sich aus dem Grundmuster schleicht, als hätte er was zu verbergen. Der blitzartige Orkan mit dem warmen Donnergrollen ist dem feinen Händchen von Marek und Hose („Marekords“) geschuldet, die den dunklen Grundton bis zum Morgengrauen verfeinern, dass ich am Liebsten sofort hinuntersteigen möchte, mich auf den Beifahrerplatz setzen, die Augen schließen und bei offenem Fenster schmerzhaft spüre wie die schweren Regentropfen auf meiner Stirn platzen. Musik wie der Urknall, der raus ist aus dem Keller und zum Projekt Chaos mutiert. Kann mensch das noch kontrollieren? Ah, bevor ich’s vergesse. Tolle MC-Aufmachung mit Vierfarbdruck, allen Texten und schmuckes Coverbild als DIN A 4 Poster: Something can be created from nothing!

PROUD TO BE PUNK
MESS//AGE – Moments Of Mayhem MC
Alter, warum zur abgefuckten Hölle gibt es dieses Tape nicht schon längst auf Vinyl?! Die vier FlensburgerInnen, die allesamt dem Unfeld des bekannten Wohnprojektes Hafermarkt entstammen bzw. gar darim hausen, schicken mit diesem ersten Lebenszeichen satte 16 HC-Punk-Raketen auf die Reise, die vor gelegentlichen musikalischen Abstechern in crustigere Gefilde keineswegs zurückschrecken. Da wird in dem einen Song wudnerbar vorranpreschend das Gaspedal strapaziert, um im nächsten Sing die Geschwindigkeit wieder etwas zu drosseln, um kraftvolle Mid-Tempe-Parts entfalten zu können – unabhängig vom Tempo wirken alle Songs jedenfalls sehr energiegeladen, so dass ich mir gut vorstellen kann, dass Mess//Age auch live ordentlich knallen dürften. Passend zum Sound gestaltet sich auch die Aufnahme als druckvoll, ohne jedoch steril zu wirken oder gar den nötigen kratzigen Punk-Charme vermissen zu lassen – umso überraschter war ich natürlich, als ich gelesen habe, dass die Songs in der Wohnung (!) von zwei der Bandmitglieder mitgeschnitten wurden; hätte ich bei dieser Hammeraufnahme niemals gedacht! Abgesehen von einem deutschsprachigen Song sind alle Tracks auf Englisch. Auf inhaltlicher Ebene werden politische Themen angesprochen wie auch persönliche Gedanken bzw. Erlebnisse verarbeitet. So werden beispielsweise Patriotismus bzw. Nationalismus ebenso kritisiertwie ein vollkommen ungebremster, auf Kosten von Natur, Tier und Mensch gehender Fortschrittswahn. Darüber hinaus macht das Tape auch in optischer Hinsicht einiges her – folglich steckt das gute Stück in einem vollfarbigen Cover, das nicht nur sämtliche Texte enthält, sondern sich zu dem zu einem kleinen Miniposter ausfalten lässt. Insgesamt betrachtet also eine runde Angelegenheit, so dass Mess//Age nun gern dazu übergehen dürfen, etwas häufiger die Bühnenbretter verranzter Punkkaschemmen zu entern.